search » Erweitere Suche

Thema
Weiterempfehlen

Monks

Monks - Kuttenträger aus der einer anderen Zeit

Doch geriet die Combo seither keineswegs in Vergessenheit. Zwar kehrten die Musiker alle nach und nach in ihre Heimat zurück und behielten ihre gemeinsame Vergangenheit als avantgardistische Mönche der Popmusik für sich. Was sie aber nicht wussten: Deutsche Krautrocker und Elektronikbands wie Can, Kraftwerk, Faust oder Neu! ließen sich von ihren manischen Jams inspirieren und verstanden sich als ihre direkten Nachfahren. Weil das Phänomen "Monks" also nicht totzukriegen war und immer wieder im Bewusststein des deutschen und auch internationalen Undergrounds aufkeimte, kam es im Jahre 1979 zur ersten Wiederveröffentlichung von "Black Monk Time" - ein gut gewählter Zeitpunkt, denn die damals aktive Postpunk-Bewegung war an nichts so sehr interessiert wie an kompromisslosen Sound-Entwürfen. Über zwanzig Jahre später, 1997 genau, erschien das Album auch in den USA, und zwar auf Initiative von Rick Rubin und Henry Rollins, dem Sänger der einflussreichen US-Punkband Black Flag. Vermutlich beflügelt durch den Erfolg, ließen sich die Bandmitglieder zu einer Reunion bewegen. Im Jahr 1999 spielten die Monks in New York ihr erstes Konzert seit über drei Jahrzehnten, weitere Shows in den USA, England, in der Schweiz und in Deutschland folgten. Als Höhepunkt ihrer Reunion-Karriere gilt das Konzert im Herbst 2006 in der Berliner Volksbühne, bei dem unter anderem Mark E. Smith (The Fall), Schorsch Kamerun (Die Goldenen Zitronen) und Peter Hein (Fehlfarben) als Gastsänger auftraten. Die Zeitungen berichteten damals von Besuchern, die sich - ganz der Coorporate Identity der Monks entsprechend - komplett schwarz eingekleidet oder gleich die Mönchskutten übergeworfen hatten. Vereinzelt wurden sogar Fans gesichtet, die sich Tonsuren rasiert hatten - alles Hinweise darauf, wie tief sich der einzigartige Sound der Monks ins Bewusstsein ihrer Fans gegraben hatte.

Wenn dieses Jahr "Black Monk Time" eine weitere Wiederveröffentlichung erfährt, fragt man sich also erneut, weshalb den Musikern damals der Erfolg verwehrt geblieben ist. Die Antwort könnte lauten: Sie waren ihrer Zeit zu weit voraus.

Geschrieben von Michael Lutz am 11.3.2009
Tags: Rock, Hard-Rock
Es wurde(n) 0 Kommentar(e) geschrieben
LATEST TOPIC
Magazin als rss

22. Juli 2010, 10:37

Grandmaster Flash & The Furious Five

The Message (Expanded Edition) / Kings ...

21. Juli 2010, 12:19

A Complete Introduction

To Sugar Hill Records

7. Juli 2010, 18:01

Rush

Beyond The Lighted Stage

7. Juli 2010, 17:55

Wondrous Stories

Rezension

Zum Magazin