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Gaza in Kalifornien

Interview mit Vienna Teng

Pure: Sie haben in einem Interview gesagt, dass es Sie persönlich nie an irgendetwas gehindert hat, einen asiatischen Migrationshintergrund zu haben.

Teng: Im Gegenteil, ich bin manchmal bevorzugt worden, weil die Leute meinen Hintergrund irgendwie "interessant" fanden.

Pure: Geht es Ihnen um eine politische Aussage, haben Sie eine Message?

Teng: Es ging darum, worauf ich als Songschreiberin ansprang. Irgendwie möchte ich schon ein Statement abgeben, aber ich möchte nichts proklamieren. Ich möchte, dass die Leute den Song anhören, ohne vorher zu wissen, worum es da geht und dass ihnen während sie zuhören, ein Licht aufgeht, dadurch, dass ich die Perspektive wechsele, sie umdrehe. Ich selbst wachse an Situationen, in denen ich mich total in jemand anderen hinein versetze. Ich bekomme dadurch mehr Empathie, Mitgefühl anderen gegenüber.

Pure: Sie schreiben in Ihrem Blog, dass Ihr neues Album Sie selbst besser ausdrückt als Ihre letzten Platten. Das sagen ja viele Musiker über ihre neuen Alben. Meinen Sie es ernst? Warum konnten Sie sich auf ihren früheren Platten nicht so ausdrücken? Was hat sich verändert?

Teng: Was ich meinte ist, dass ich mit diesem Album auf dem bisherigen Höhepunkt meiner Ressourcen angekommen bin. Für mein Debütalbum gab es kaum ein Budget. Und mit den späteren war ich auf der Suche. Mit meinem letzten Album "Dreaming Through The Noise" war ich sehr zufrieden. Aber da habe ich meine eigene Kreativität, meine Ideen hinter die Vision von Larry Klein gestellt, der das Album produziert hat. Ich habe mich da in seine Hände begeben und wenn er sagte, ich sollte etwas verhuschter klingen, dann hab ich so geklungen. Das war OK, ich wollte hören, was dabei herauskam. Aber auf diesem neuen Album war für mich der Moment gekommen, meine eigenen Ideen umzusetzen und zu schauen, was dabei herauskommt. Deswegen ist es ein bisschen "all-over-the-place", ein bisschen ehrgeizig und eklektisch. Zum ersten Mal kamen Budget, Möglichkeiten und Ideen auf Augenhöhe zusammen, ich hatte genau die Kollaborateure, die ich wollte. Ich habe mit einem guten Freund, Alex Wong gearbeitet, der genau spürte, was ich wollte. Seine Sensibilitäten liegen nah an meinen. Mit ihm zu arbeiten brachte meine Ideen genau heraus.

Geschrieben von Felix C. Fast am 29.1.2009
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