Wir trafen sie in einem Garten
Lizz Wright
Eine Jugend im Gospelchor einer Landgemeinde in Georgia. Eine charismatische Stimme in der Tradition der großen Ladies der schwarzen Musik. Eine Coverversion von Ike and Tina Turner ("I Idolize You")... Kein Zweifel, Singer/Songwriterin Lizz Orchard wandelt mit ihrem dritten Album auf den Spuren des Rhythm ´n` Blues. Wenn sich etwa in "Another Angel" eine verhaltene und dabei wunderschöne Elegie aufbaut, dann ist das ergreifend im besten Sinne. Herzenswärme ohne jeden Kitsch. Seelenmusik. Und doch hat der stetige Aufstieg der Sängerin nur wenig mit dem zu tun, was sich heute "R´n`B" nennt.
Entdeckt wurde Lizz Wright in Atlanta als Jazz-Frontfrau bei der Band In The City, worauf prompt eine Einladung zur Tribute-Tournee zu Ehren von Billie Holiday im Jahre 2002 folgte. Zwei hinreißende Interpretationen der Klassiker von "Lady Day" veranlassten den Jazz-Papst der L.A. Times zu einer spontanen Lobeshymne. Die New York Times wiederum konstatierte ein Jahr später zum Album "Salt", dass Lizz Wright "auf ihrem Debut und auf der Bühne gesponnenes Gold erschafft, in dem sie Jazz, Gospel und Rhythm´n` Blues zu einem reflektierendem, fließenden Stil verrührt, der Songs zu andachtsvollen Meditationen macht, die sich nie in Unbestimmtheit verlieren." Während sich der heutige R´n`B den tiefer gelegten (HipHop)-Beats der Super-Producer verschrieben hat, wird die Alte Schule der schwarzen Musik in einem benachbarten Genre weiterentwickelt. Nicht nur für Lizz Wright gilt: Jazz ist der neue Soul.