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Origami nach Noten

Vienna Teng



Zwischen Wehmut und Hoffnung
Beispiel gefällig? Da wäre die Standesamts-Hymne "City Hall" - ein sicherer Kandidat für die Afterhour-Party beim nächsten CSD: Ein Piano-Intro, für das Billy Joel seinen Steinway hergeben würde. Die Steelgitarre barmt. Viennas Sopran balanciert zwischen Wehmut und Hoffnung in diesem außergewöhnlichen Liebeslied über Menschen, die sich gegen alle Widerstände durchsetzen, Hunderte von Meilen durch den Februarregen fahren, um einen Moment zu zelebrieren, auf den sie (zu) lange warten mussten. "City Hall" ist eine bittersüße Ode an die Regenbogengemeinde: In die Freude über den Triumph mischt sich die Erinnerung an die vielen, denen er vorbehalten blieb.

Der lebende Kontrast
"City Hall" bringt das besondere Talent dieser Entdeckung auf den Punkt. Vienna Teng ist eine Frau, die Gegensätze vereint. Das ist spannend. Weil daraus etwas Außergewöhnliches entsteht. Dieses Muster zieht sich durch ihr ganzes Leben: Asiatische Wurzeln. Aufgewachsen im Land der Beach Boys. Mit sechs Jahren ein Wunderkind wie Amadeus, mit 28 die Hoffnung der Westcoast-Szene. Zwischendurch Techie-Karriere im Eldorado von Bill Gates und Co. Heute Label-Mate von Madeleine Peyroux. Tengs klassischer Background mündet auf "Dreaming Through The Noise" in einen Sound, den sie Kammerfolk nennt - eine Musik der Kontraste.

Geschrieben von pure-Team am 22.3.2007
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