The King has left the building
Konzertkritik B.B. King
BB King feierte seinen 81. Geburtstag und sagte Berlin "Good-bye"
"Morgen werden die Zeitungen schreiben: 'BB King hat zuviel geredet!' Aber mir ist das egal. Meine Karriere ist sowieso vorbei." Mit diesen Worten verabschiedete sich die 81jähige Blues-Legende am 7. September 2006 von der Bühne des bestuhlten, nicht ganz ausverkauften Berliner ICC Saal 1. Das Konzert fand im Rahmen der "Final Farewell Tour" statt, auf welcher sich die BB King Blues-Band momentan befindet. Des Mottos der Tournee zum trotz gab es jedoch kaum Anhaltspunkte für das bevorstehende Ende einer außergewöhnlichen Musikerkarriere. Uneingeschränkt waren die musikalischen Fähigkeiten, sowie die Entertainerqualitäten des "Blues Boy King" aus Mississippi, USA.
Den Abend läutete jedoch zunächst die langjährige Udo Lindenberg-Weggefährtin Inga Rumpf mit ihrer Band ein. Die erstaunlich frisch und jugendlich wirkende 60jährige Performerin sang sich in Begleitung einer soliden Band durch Musikstandards und eigene Kompositionen. Als die achtköpfige BB King Blues-Band die Bühne betrat kamen die Unterschiede zwischen dem Amerika des Blues und dem Deutschland seiner bürgerlichen Fans aus der 68er Generation allerdings deutlich zum Vorschein.
Nach 15 Minuten und abwechselnden Solos der einzelnen Bandmitglieder - die das Publikum mit Szenenapplaus quittierte - betrat der Meister des Blues die Bühne. Schon während der ersten gesungenen Zeilen erstaunte die extrem voluminöse und kräftige Stimme des Sängers, der am 16. September immerhin 81 Jahre alt wird. Was wirklich an diesem Abend zählte, waren nicht unbedingt die großartigen Songs (von U2s "When Love Comes To Town" bis hin zu Klassikern wie "You Are My Sunshine"; allesamt jüngere Standards des BB King- Repertoires), sondern die Charaktere auf der Bühne und die Storys, die sie erzählten. So definierte sich BB erneut als großartiger Entertainer mit einem Humor, der heute immer seltener zu finden ist.