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Yello Remastered

Yello

Perfekt wie eine Schweizer Uhr, "cutting edge" wie ein Schweizer Messer, an Yello kann sich heutiger Pop immer noch eine Scheibe abschneiden.
Dieter Meier scheint einem Roman von F. Scott Fitzgerald entsprungen, hätte jener in den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts geschrieben. Meier, millionenschwerer Industrieller, professioneller Karten- und Golfspieler, "Individual-Anarchist" (Meier über Meier), avantgardistischer Filmemacher. Vor allem ist Meier natürlich als "Pygmalion" von Yello berühmt geworden, Yello, der Schnittstelle zwischen Kraftwerk und den Myriaden von elektronischen Dance-Pop-Bands, die ihnen in die 80er folgten. Als die beiden Musiker Boris Blank und Carlos Peron 1977 an ihn herantraten, sang Meier noch in der Band The Assholes. Der Jurastudent aus gutem Hause tobte sich im Bodensatz des Züricher Punk-Undergrounds aus. Meier und Konsorten waren schillernde Figuren der Welt von Kunst und Performance.

Das Trio machte Nägel mit Köpfen, als es 1980 einen 10.000 Dollar-Deal mit Ralph Records in San Francisco abschloss. Für eine europäische, geschweige denn eine Schweizer Band undenkbar. Doch wie heute vielleicht die Brazilian Girls versprühten Yello damals globales Artschool-Flavour, sie wurden sofort ein Underground-Tipp, als Hip Hop-Pionier Afrika Bambaataa ihre frühe Single "Bostich" im Black- und Latin-Radio spielte. Einer der wenigen Yello-Livegigs - 1983 im New Yorker Roxy - erreichte vorwiegend das afroamerikanische und hispanische Publikum. Kurz darauf beschlossen Yello jedoch nur noch sporadisch live aufzutreten, die Idee erschien ihnen sinnlos, und damit hatten sie bereits den heutigen live ja eher langweiligen Laptop-Rockern etwas voraus. Auch griff die Arbeitsweise des dann reinen Studioprojekts Yello in unser Jahrtausend mit seinen Internet-Kompositionen, denn Yello entwickelten (ab 1983 ohne Carlos Peron) ihre Beiträge zu den Tracks meistens völlig unabhängig voneinander.

Geschrieben von pure-Team am 12.12.2005
Tags: Electronic, Pop
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