Godfather of Britpop
Paul Weller
Zwei Jahre lang schien ihm kein Land in Sicht und war Paul Weller noch zudem auch auf der Suche nach sich selbst. Dann, im Mai 1991, enterte der Brite eine kleine Insel, die hieß "Into Tomorrow" und war ein feiner, kleiner Song. Der erste nach so vielen Monaten des Zweifelns, und mit ihm startete Weller seine dritte und vielleicht eindrucksvollste Karriere. Fünf grandiose Alben folgten jener Single, und nachdem Weller zuerst mit The Jam und dann mit Style Council, zuerst also mit dem Punk und dann mit einer Art Frühform des Acid Jazz, bevor der Begriff überhaupt geboren war, zu Ruhm gekommen war, folgte nun der dritte Akt. Er sieht den mittlerweile 45jährigen vor allem als Songwriter und rastlosen Entertainer auf Dauertournee.
Aus diesem für ihn so überaus kreativen Jahrzehnt hat Weller nun B-Sides, Raritäten, unveröffentlichte Tracks und Remixes auf drei CDs in der schön gestalteten Box "Fly On The Wall" zusammengefasst, welche dem Fan in jedem Falle und allen anderen mit großer Wahrscheinlichkeit das Herz aufgehen lässt.
Während dem Hörer sonst bei Compilations dieser Art so oft sehr schnell klar wird, weshalb dieser oder jener Song es nur auf eine Rückseite und mancher es gar nicht erst aufs Album schaffte, fragt man sich bei Weller eher, wieso nicht alle sechs Monate ein Album von ihm erschien. Und weshalb nicht drei oder vier Bands auf sein Kommando hören, wo doch die Vielfalt dieser drei Stunden fast schon gespenstisch anmutet. Der zum "Godfather" oder "Dad" des Britpop ernannte Musikant kämpft in Wahrheit mit ungespielter Lässigkeit in beinahe allen Klassen, klingt dabei aber niemals nach konzeptionellem Crossover.