Manu Katche
Playground
Emmanuel "Manu" Katché kam 1958 als Nachfahre von Einwanderern von der Elfenbeinküste in St. Maur des Fossés bei Paris zur Welt. Ab dem fünften Lebensjahr erhielt er Klavierunterricht, mit vierzehn Jahren wechselte er zum Schlagzeug und studierte später am Conservatoire National Supérieure de Musique de Paris klassische Perkussion. In seinem Spiel verschmilzt Katché, wie er immer wieder betont, afrikanische Rhythmuskonzepte mit einer klassischen Schlagzeugtechnik und dem Improvisationsmoment des Jazz. "Wenn ich Jazz spiele, werde ich als 'Rock-Drummer' bezeichnet. Und wenn ich bei Rock-Projekten mitmache, nennen mich die Kritiker den 'Jazz-Schlagzeuger Manu Katché'", berichtet der Franzose amüsiert. "Dabei bin ich einfach nur ich selbst und versuche - ganz gleich, welche Art von Musik ich mache - innovativ zu sein. Ich schätze aber, daß dies wohl eher eine 'jazzige' Herangehensweise ist."
Die Musik des ECM-Labels hat Katché bereits als Teenager fasziniert: "Mein erstes ECM-Album hörte ich mit fünfzehn Jahren, und ich erinnere mich noch, daß mich der Klang und die Weise, wie die Musik gespielt wurde, erstaunten: erhaben und kühn, aber mit einer Menge Respekt für Stille und wirkliche musikalische Balance zwischen den Instrumenten..." Sein eigener Karrierepfad führte ihn auf indirektem Weg zu ECM. Mit seinem einzigartig melodischen Beat sorgte er ab Mitte der 80er Jahre in der Pop- und Rockszene für Furore. Damals begleitete er unter anderem Joni Mitchell und Peter Gabriel. Manfred Eicher entdeckte Katché 1988 auf Robbie Robertsons titellosem Geffen-Debütalbum und erkannte instinktiv, daß die zugleich modernen und tribalen Rhythmen und Patterns des Schlagzeugers auch hervorragend in einen improvisierten Kontext passen würden.
