Manu Katche
Playground
"'Neighbourhood' war ein Anfang", meint Manu Katché rückblickend über sein vor zwei Jahren veröffentlichtes ECM-Debüt als Leader. Das Album trug ihm unter anderem den Jahrespreis der deutschen Schallplattenkritik ein und wurde vom französischen Jazz Magazine zur Platte des Jahres gekürt. "Auf diesem Album kam die Band das erste Mal zusammen. Seitdem sind wir gemeinsam auf Tournee gewesen und haben einen Kodex für unsere Interaktionen etabliert. Und ich habe mehr über die Spielfähigkeiten der anderen herausgefunden, vor allem jene von Marcin (Wasilewski) und Slawomir (Kurkiewicz). Danach stand fest, daß wir weiterhin zusammenarbeiten würden. Die Musik für 'Playground' habe ich also auch schon mit ihnen im Hinterkopf konzipiert. In diesem Sinne ist die neue Scheibe eine Fortführung der ersten. Wir sondieren zwar ähnliche musikalische Felder, aber ich denke, wir tun dies nun mit mehr Kohärenz, das Ensemble ist mehr zusammengewachsen... und während ich mich auf 'Neighbourhood' bewußt noch weitestgehend hinter die Solisten zurückgezogen hatte, habe ich mir selbst und dem Schlagzeug nun ein bißchen mehr Spielraum gegönnt."
Um es kurz zu machen: "Playground" setzt - mit einer leicht veränderten Besetzung und schärferem Fokus - dort wieder an, wo "Neighbourhood" aufhörte. Saxophonist Trygve Seim, der Jan Garbarek abgelöst hat, ist schon seit Ende 2005 bei Konzerten der Band mit von der Partie. Die neueste Verstärkung ist ein anderer junger norwegischer Musiker: Trompeter Mathias Eick. Mathias und Trygve haben schon öfter zusammengearbeitet: beide begleiteten den finnischen Pianisten und Harfenisten Iro Haarla, als dieser 2004 für ECM das Album "Northbound" aufnahm, und Eick ist gelegentlich auch Mitglied von Seims Ensemble. Die beiden polnischen Bandmitglieder, Pianist Marcin Wasilewski und Bassist Slawomir Kurkiewicz, spielen schon seit fünfzehn Jahren im Simply Acoustic Trio zusammen und bilden seit geraumer Zeit eine Hälfte des Tomasz Stanko Quartet. Katchés Band profitiert von einem Netz gewachsener Verbindungen unter den Musikern. Mit den einzigartigen Qualitäten seines Schlagzeugspiels inspiriert Manu jeden seiner Mitmusiker zugleich aber auch dazu, die gewohnten Bahnen zu verlassen. Seine Spielweise unterscheidet Manu Katché von einem Großteil der zeitgenössischen Jazzschlagzeuger. Seine agilen Rhythmen basieren auf Patterns, pulsierenden Beats, die den Bläsern Auftrieb geben oder Piano und Baß in einen tiefen Groove hineinziehen.
