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Portrait

Stevie Wonder

Der Junge mit der Mundharmonika

Das Wunderkind von Motown - aus ihm wurde ein Apostel des Soul. Von Geburt an blind, hat Stevie Wonder erleuchtete Popmusik aufgenommen. So gut wie alles, was er anfasste, bekam eine lebensbejahende, frohlockende Qualität, selbst wenn er problematische Themen wie Rassendiskriminierung und Drogen anschnitt, wovor er sich (vor allem in seiner triumphalen Phase zwischen 1972 und 76) nicht scheute. Selbst wenn der am 13. Mai 1950 geborene Detroiter von Liebeskummer und Trennungsschmerz sang, strahlte Wonders innere Sonne Hoffnung und Optimismus aus. Der Sänger, Perkussionist und Keyboarder hat vor keiner Genrebarriere Halt gemacht. In seine Songs verwebt er Elemente aus Soul, Funk, Rock´n´Roll, Broadway, Reggae und afrikanischer Musik. Komplexe Arrangements, seine jazzigen Akkorde und melismatischen Melodiebögen in den scheinbar unbeschwert-schlichten Songs stellen jeden Karaoke-Sänger auf treibsandartige Proben. 2006 verging einigen Kandidaten eines Wonder-gewidmeten Wettbewerbs der US-Sendung "American Idol" Hören und Sehen beim Versuch "Isn´t She Lovely" oder "Higher Ground" zu interpretieren.

Gemeinsam mit Marvin Gaye und Isaac Hayes brachte Wonder das R&B-Konzeptalbum aus den Startlöchern. Eine Heerschar von späteren Künstlern zeigt sich von ihm wesentlich beeinflusst: Sting, Michael Jackson, Alicia Keys, Aaliyah, India.Arie, Beyoncé Knowles, John Legend, Justin Timberland und Kanye West, der einmal erklärte: "Ich trete mit meinen Alben nicht gegen andere aktuelle Künstler an, ich messe sie an "Innervisions" und "Songs In The Key Of Life". Das klingt blasphemisch, aber warum soll man sich die Latte nicht so hoch hängen."

Geschrieben von pure-Team am 6.1.2009
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