The Police
Stewart Copeland wollte aber 1977 in London dieses neue Ding namens Punk machen. Ihre frühen Auftritte bekamen The Police vor allem als Ersatz für Punkbands, die es nicht auf die Reihe bekommen hatten, zum Gig zu erscheinen. "Wir waren die einzige Punkband, die wusste, wie man einen LKW mietet", erzählt Copeland im ersten Teil seiner demnächst auf DVD erscheinenden Police-Doku "Everyone Stares - The Police Inside Out". Sie besteht aus Material, das er mit seiner eigenen Super-8-Kamera über die Jahre aufnahm. Mehr hinter die Kulissen der Supergruppe hat bisher noch keine Dokumentation geschaut.
Klar wird dort natürlich, dass Copeland, Summers und Sting keine Punks mit Leib und Seele waren, auch wenn "four-letter-words" ihre Sprache im ersten Teil von Copelands "Rockumentary" deutlich dominieren. Sie wirken ein bisschen aufgesetzt. The Police transportierten dafür auf ihren ersten Platten den Sturm und Drang von Punk in meisterhafte Popsongs. Allesamt waren sie dramatisch gute Musiker. Stings manchmal etwas oberlehrerhafter Ansatz kontrastierte dabei perfekt mit der manchmal etwas albernen Leichtigkeit von Summers und Copeland. Das gefiel auch Gymnasiasten. Es gefiel Poppern, Mods und Ökos. The Police waren in der schillernden, facettenreichen Jugendkultur der frühen 80er der ganz große Integrationsfaktor.
Die Beatles der 80er
The Police waren die Beatles der 80er, weil sie ihren eigenen, komplett identifizierbaren Sound hatten. Dafür drehten sie den typischen Trio-Ansatz - Gitarre spielt Melodie; Bass und Schlagzeug begleiten - um. Copelands herumschwirrende Polyrhythmen, sein arschtretendes Drumming geben die Marschrichtung an, die Sting grundiert, und Summers koloriert das mit seinen epischen flächenartigen Gitarren. The Police waren Meister des Minimalismus. Sie schrieben perfekte Popsongs. Sie hatten ein Händchen für cleverste Hooklines. Was aus Punk, Ska, Reggae und Pop nicht passte, wurde passend gemacht. Vor allem Summers Gitarrenspiel hat den Pop für immer geprägt.
